Wir alle handeln immer so, dass wir unsere Ziele genau NICHT erreichen.“

Freche These meinerseits. Zum provozieren natürlich. Damit sich manche jetzt denken: „So ein Schwachsinn, ich auf keinen Fall.“ Vielleicht muss ich das alles noch mehr erklären: natürlich nicht „immer“ (das war wirklich nur Provokation). Und was meine ich eigentlich mit Zielen? Ich meine die ehrlichen Sehnsüchte die wir haben im Leben, die ganz tief, von allen Ängsten und Sozialisierungen, begraben sind. Wir alle haben die Grundbedürfnisse von Liebe, Akzeptanz und Gemeinschaft. Aus der Kindheit haben wir oft zusätzlich noch unausgelebte Kindheitsbedürfnisse wie: sich gegen die Eltern auflehnen, weil das nie stattgefunden hat.

Unsere Angst, bzw unser Schatten kommt dann daher, wie ein*e abstrakte Künstler*in und sagt: „Wie können wir das zerlegen, dass es niemand mehr wieder erkennt? Oder noch besser, wie bauen wir was anderes, was alle glauben lässt es ist das Original, aber eigentlich hat es nichts von dem Original?“ Boah, ist ja mega Asozial von der Angst sagst du? Aber das macht sie ja nur weil wir unserem Hirn das Signal geben: Böse Gefühle sind bäh, die mag ich nicht. Das Gehirn sagt dann: „Alles klar. Böse Gefühle vermeiden. Es geht ums überleben“ Und schon geht’s los.

Mal ein praktisches Beispiel um das schwafeln abzukürzen:

Ein Kind wächst auf und fühlt sich ungeliebt von den Eltern. Die Angst das zu fühlen führt dazu, das dieses Gefühl weggesperrt wird. Es wird eine Persona gebaut, die unnahbar oder noch besser: „selbstbewusst und eigenständig“ ist. Nach außen wird gelebt: „ich brauche niemand“. Um noch einen drauf zu setzten und die Ablenkung perfekt zu machen, wird ein Ziel gesetzt (am besten etwas nie erfüllbares wie: immer reicher): In dem Fall: Hey, wenn ich Erfolgreicher Schauspieler bin, dann krieg ich ja Liebe und Aufmerksamkeit, das wird ja das Loch aus der Kindheit füllen.

Und hier sind wir beim Gegenteil-Prinzip:

Die Sehnsucht: sich geliebt fühlen. Die Handlung : von anderen abkapseln aus Angst sich ungeliebt fühlen. Das Ziel: Es über außen zu bekommen: Erfolgreich und Geliebt zu werden.

Wieso ist das ein Gegenteil? Weil die Erfüllung nur von innen kommen kann und die Suche im Außen es sogar viel fataler für uns macht. Je mehr wir außen suchen, desto mehr gehen wir von uns und unseren Gefühlen weg und somit auch von der eigentlichen Erfüllung unserer Sehnsucht. Hinter alldem steht „nur“ eine Angst. Die Angst vor den eigenen (negativ bezeichneten) Gefühlen.

Und ja, das Kind in der Geschichte war ich 😉

Wir krieg man Handlungen, Ziele und Bedürfnisse in eine Linie?
In dem wir nicht aus Angst (vor Gefühlen) heraus handeln, sondern sie anschauen, fühlen und loslassen. Dann merken wir, dass wir alle Antworten in uns selbst tragen. Danach können wir aus positiven Gefühlen wie Liebe und Akzeptanz heraus handeln und werden unsere Ziele viel leichter und eher erreichen. Unabhängig von den Zielen haben wir unser Bedürfnisse an dem Punkt schon selbst erfüllt.

Ich weiß, sehr einfach gesagt. Aber, man kann es lernen und üben. Ich arbeite mit Menschen sehr viel Schauspielerisch damit, weil der Schlüssel ist: es ist KEINE Arbeit. Es ist ein loslassen und sich ergeben. Und das funktioniert am besten ohne Druck und mit Leichtigkeit und Humor

Ganz wie Elsa singt: „Let it go.“

In Liebe, Danylo