Was ist ein*e gute*r Schauspieler*in? Jemand der auf Kommando weinen kann? Jemand der Characktere entwickelt, die wir lieben? Die Person mit den meisten Only Fans Followern?

Meryl Streep, über die viele (ich eingeschlossen) sagen würden, sie ist eine der begnadetsten Schauspielerinnen aller Zeiten hat mal folgendes gesagt: Ich weiß nicht was ich tue.“ Sie kann diesen Flowzustand, in den sie kommt, rational nicht erklären. Sie lässt sich fallen, reitet die Welle der Impulse und Gefühle und vertraut darauf, dass etwas entstehen wird.

Die ganze Schauspiel Ausbildung war für mich eigentlich immer ein einziges lernen, mir selbst nicht im Weg zu stehen. Das schlimmste was dir auf der Bühne passieren kann sind Gedanken wie : „Fuck, ich hab den Text gerade falsch gesagt.“ „Haben die gesehen, dass ich gerade gesabbert habe?“ „Meine Haare sehen heute scheiße aus, wie soll mich da jemand gut finden?“ Und so weiter. Normaler Schauspiel Narzissmus eben.

Die Parallele zum Loslassen und sich ergeben von Gefühlen ist riesig. Ich würde sogar sagen, es ist genau das gleiche. Viele Schauspielübungen dienen einfach dazu aus dem Kopf raus zukommen. Nicht mehr zu urteilen, wörtlich: loszulassen. Das gute ist, man kann das trainieren. Über die Zeit wird man entspannter, traut sich mehr und mehr loszulassen und aufzumachen. Daher finde ich Schauspielübungen so wertvoll für unser Glück und Wohlbefinden. Wir trainieren da genau den Mechanismus des Loslassen, den wir dann im Alltag nutzen können um uns zu befreien und Freude und Liebe zu spüren.

Wenn du einmal gelernt hast, als Affe, fünf Minuten lange durch den Raum zu hüpfen und klettern, und dabei wirklich denkst, du bist ein Affe, dann hast du deine*n innere*n Kritiker*n wirklich zum schweigen gebracht.

*Achtung, Dad Joke Alarm*

Dann hast du dich wirklich zum Affen gemacht.

In Liebe, Danylo