Wer war zuerst da? Die Henne? Oder die Idee einer Henne? Und wer hatte die Idee? Und wer hat sie überhaupt Henne genannt? Wurde die Henne gefragt ob sie so heißen will ??

Vielleicht will sie ja anders heißen... zum Beispiel Udo. Ab jetzt nenn ich alle Hennen Udo.

So in etwa kann es aussehen wenn man über Angst nachdenkt. Hab ich Angst? Oder Angst vor der Angst? Oder Angst vor der Angst vor der Angst? Wie weit kann das gehen? Wovor hab ich Angst? Wirklich "Nur" vor der Angst? Dann müsste das ja nicht so schlimm sein oder? ABER SO FÜHLT ES SICH NIHT AN. Ok, neuer Versuch. Was ist Angst eigentlich? Was sagen Philosophen? Was sagen Therapeuten? Was sagen meine Eltern?

Die erste große Frage die sich mir immer gestellt hat war: Wofür ist Angst eigentlich da? Ist sie gegen uns? Evolutionär gesehen ist Angst überlebensnotwendig. Ohne Angst würden wir von Klippen springen und uns das Genick brechen, weil wir den Kick des Falls mögen. Was uns daran hindert so dumm zu sein: die Angst. Sie hindert uns vor allen möglichen, eventuell tödlichen Handlungen, oder zumindest verletzlichen Handlungen (auf körperlicher Ebene). Was ja erstmal sehr gut ist. Paradox wirds dann irgendwie, wenn sie uns daran hindert das zu machen, oder zu bekommen, wonach wir uns eigentlich sehnen.

Ein klassisches Beispiel aus der Schauspielwelt:

Ein Mensch hat das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Liebe. Was ist die Idee ? Berühmter Schauspieler werden und schon ist das Problem gelöst. Was passiert wirklich? Man fühlt sich noch abgeschnittener von den Leuten und sich selbst, da man jetzt berühmt ist und als "anders" angesehen wird. (Das hab ich natürlich nicht selbst erlebt, hab ich aus einer Autobiografie, schien mir aber sehr einleuchtend)

Und auch wenn sich das Gefühl nicht einstellt, so wird das Grundbedürfnis von Liebe und Aufmerksamkeit trodzem nicht gestillt. Das ist ein Beispiel für einen sehr kreativen Weg der Angst uns abzulenken von dem wovor wir so Angst haben: den eigenen Verletzungen, Schwächen und Minderwertigkeitsgefühlen. Genau die Dinge, die uns wirklich helfen würden auf dem Weg zu ehrlicher Aufmerksamkeit und LIebe

Wir wollen uns immer gut fühlen. Daraus entwickelt sich eine Angst vor "negativen" Gefühen. Daraus entwirckeln sich wieder Ablenkungen und Scheinbefriedidungen wie "ich werde erfolgreich und dadurch Liebe bekommen". Da wir Angst auch als negativ erleben und vor allem: uns dadurch als "schwach" empfinden wollen wir auch die Angst wegdrücken (vor allem männlich sozialisierte Wesen haben da ein riesen Problem mit, ich bin da sowas von eigeschlossen!) .

Was passiert? Wir entwirckeln eine Angst vor den negativen Geüfhlen und dadurch auch eine Angst vor der Angst.

Wie wird man dieses Scheißding jetzt los? Indem erstmal aufhört es als Scheißding anzusehen, sondern als das, was es ist: ein uralter Überlebensmechanismus. Wollen wir überleben? Ja. Also sollten wir der Angst dankbar sein. Ohne sie wären wir heute nicht mehr hier. Niemand auf der ganzen Welt. Mir fällt es auch enorm schwer das so zu sehen bzw, so zu fühlen. Aber wenn man mal wirklich zuhört und mit der Angst in Kontatk geht, merkt man: die will nur gutes für mich. Sie ist mein Beschützer. Und wie krass sie das kann begreift man oft erstmal nicht. Wenn die Wut in uns Häuser bauen kann. Kann die Angst ganze Länder ummauern, Regenwälder brandroden, oder Länder unter Wasser setzen. Unsere Angst setzt die enormsten und kreativsten Prozesse in uns in Gange. Sie kreiert unsere Persönlichkeiten, spaltet Gefühle ab und bringt uns auch dazu wütend gegenüber denen zu werden die wir lieben.

Warum ? Nach wie vor: um uns zu schützen: Weil wir das Signal gegeben haben: Negative Gefühle, wollen wir nicht. Die sind eine Bedrohung. Was macht unsere Angst? Unser treuergebener Begleiter und Beschützer? Sie setzt Himmel und Erde in Bewegunge, benutzt alle Ablenk und Fluchtmechanismen, damit wir ja nicht das erleben, was wir nicht wollen. Die negativen Gefühle fühlen. Sie tut so viel für uns, die Angst. Und ist dabei kreativer als wir alle zusammen. Funktioniert das? Bzw. Ist die Angst wirklich die beste Option die wir haben um mit negativen Gefühlen umzugehen?

Würdest du Feuer mit Feuer löschen ? Oder noch besser, mit Fett?

Genau das tun die meisten: Ich fühle Angst irgendwo also.... AAAAAH; Wut drüber! Ja nicht hinschauen. Oder :ich fühle Angst: also ... AAAAAAAH, Ablenken, Alkohol, Party, Sex. Ja nicht hinschauen. Oder : ich fühle Angst:also.... AAAAAAAH In die Arbeit stürzen, wenn ich erfolgreich bin, ist sie ja wohl weg. Ja nicht hinschauen!

Und schon domniert die Angst unser Leben. Unser gesamtes Dasein. Weil wir so eine Angst haben zu fühlen, was eh die ganze Zeit da ist. Was an der Tür klopft. Was würdest du machen, wenn du an einer Tür klopfst und niemand aufmacht? Gehen ? Weil du dich nicht unhölich sein willst?

Und was ist, wenn dich jemand aus deiner eigenen Wohnung rausschmeißt und du klopst und niemand aufmacht? Würdest du gehen? Oder würdest du lauter klopfen? Und dann irgendwann treten? Und dann versuchen einzubrechen? Wenn das nicht geht einen Molotov Cocktail reinschmeißen aus Wut dass da irgendjemand dich nicht reinlässt. Dabei hast du ein Recht drauf. Ist ja deine Wohnung.Und du willst ja nicht mal was böses. Du willst nur rein und Teil der Gemeinschaft sein und dich integrieren.

Genau das machen unsere Gefühle durch, die wir nicht anschauen. Sie haben ein Recht da zu sein. Und wir sind so sehr damit beschäftigt die Tür zuzuhalten, dass wir gar nicht mehr Leben können. Gar nicht mehr unsere Wohnugn genießen können. Und wer löscht die ganzen Brandherde, die die Molotov Cocktails ausgelöst haben? Na die anderen Mitbewohner... Wenn alle negativen Gefühle draußen sind wären da: Die Freude, Liebe und Frieden. Die sind dann damit beschäftigt. Wenn wir nur die Angst aussperren. Dann löschen Wut, Trauer und die anderen.  Wenn wir Angst und Trauer ausperren, dann Wut und die anderen: Und so weiter. Was wir aber meistens machen: die Angst aussperren: die lassen wir nie rein. Weil wir denken dass wir dadurch schwach werden oder uns schlecht fühlen.

Aber jetzt zur großen Quizfrage:

Wer ist schwächer: Jemand der Angst vor der Angst hat? Oder jemand der sich mit seiner Angst angefreundet hat?

Zusatzfrage:

Was glaubst du wie das Leben der ersten bzw zweiten Person aussieht?

Und Master-Zusatzfrage:

Wer fühlt sich besser?

Und Masterfrage-um-den-Beweis-zum-ende-zu-führen:

Wer fühlt sich wirklich stärker?

Urteile selbst

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