"Jungs sind schlauer als Mädchen“. Hat meine Mutter früher immer gesagt. War wohl ein Ausdruck von Liebe und Verehrung für ihre 4 Söhne, über die sie sich definiert.

„Lange Haare sind was für Schwule“. Hat mein Vater immer gesagt. War wohl ein Ausdruck von Neid über eine Volle Haarpracht, oder eine kleine versteckte Sehnsucht.

„Die Welt ist gefährlich.“ „Ohne Geld bist du ein niemand.“ „Sex ist böse.“ „Dafür kommst du in die Hölle.“ „Heul nicht wie ein Mädchen!“

Unsere Gehirne entwickeln sich zu großem Teil nach den Vorbildern in unserer Kindheit. Kinder wollen lernen, sie lieben es zu lernen. Sie lernen durch Imitation. Der Papa läuft. Also will ich auch laufen. Die Mama spricht, also will ich auch sprechen. Der Papa ist ein rassistisches Arschloch, also denke ich auch wie ein rassistisches Arschloch. (mit 4 ist es noch schwer zu unterscheiden, ob der Papa da von Fakten redet, oder aus einer eigenen Unsicherheit alles Fremde für sein eignes Unglück verantwortlicht macht, man darf sich ruhig bis 13 geben, bis man soweit ist, dass man die psyhcologischen Muster seiner Eltern komplett durchschauen kann)

Abgesehen davon dass alle Kinder lernen wollen, sind sie natürlich von ihren Eltern komplett abhängig. Von der Liebe, Zuneigung und vor allem vom Dach über dem Kopf und dem Essen.

Daher ist es plausibel dass Kinder alles tun um die Liebe der Eltern zu gewinnen, weil ihr Überleben wirklich davon abhängt.

Wenn man dem Papa, der vor der Tagesschau über die Immigranten abzieht mit einer Kriminalitätsstatistik kontern würde, läuft man Gefahr (je nachdem wie tief diese Abneigung beim Vater sitzt und wie weit er sich mit den weißen Spitzhüten identifiziert) aus dem Haus zu fliegen.

Da Kinderarbeit nicht mehr legal ist, wird es dann schwer für sich selbst zu sorgen.

Daher bleibt Kinder oft nur eins: sich anpassen. Zusätzlich dazu, dass man eh schon sehr viel durchs lernen übernommen hat.

Wie werd ich jetzt die Gedanken Muster los? Wie schaffe ich dass ich nicht zu meiner Mutter, zu meinem Vater werde? (was uns ja allen irgendwann auffällt, dass sich das anbahnt)

Emotionen.

Wer eine rational, logische Antwort erhofft hat, sorry. Tut mir Leid euch enttäuschen zu müssen. Falls ihr die unbedingt haben wollt, such ruhig weiter. Aber fragt euch kurz mal... wie oft habt ihr schon über die Themen nachgedacht? Wie viele Monate/ Jahre eures lebens? Wie lange ist es euch schon bewusst?

Und was hat es gebracht?

Das ganze verstehen und logisch durchschauen?

Ich kann wissen wo meine Muster herkommen und sie trotzdem in mir tragen und mein Leben ruinieren lassen.

Gedankenmuster entstehen durch Emotionen. Weil wir die Liebe wollen, übernehmen wir das denken. Wo kommt der Rassismus her? Aus einer Angst des Vaters. Nicht nur unsere Emotionen spielen hier eine Rolle, die Emotionen der Eltern, oder auch LehrerInnen, Geschwister etc. sind hier zentral. Jeder Glaubenssatz entsteht aus einer Emotion heraus. Meistens Angst.

Klassisches Bezispiel: Katholische Kirche: „Sex ist eine Sünde.“

Was steht dahinter? Kleine Jungs die Angst vor Lust haben, Angst davor, dass sie schlecht im Bett sind und ihre Frauen deswegen abhauen, Angst davor, ihr Herz aufzumachen.

Auf die Spitze getriebn wurde das durch die Hexenverbrennung. Einer der Gipfel männlicher Pathetik : „Ihr habt uns durch Magie verführt, also verbrennen wir euch.“

Maximale Schuldzuweisung und Verantwortung abgeben (sehr effizient darin, leider nur das Gegenteil vom Urmännlichen Prinzip von Verantwortung übernehmen)

Und was stand dahinter?

Angst vor der weiblichen Lust, der Größe weiblicher Sexualität, Angst vor der Konfronatation mit den eigenen komplexen und natürlich ja nicht in Frage stellen ob die diktierte enthaltsmakeit nicht vielliecht doch eine Unterdrückungsmaßnahem ist und nicht ein Weg zu Gott (Gott war ja auch nicht immer enthaltsam, siehe die jungfräuliche Marie, die durch den heiligen Geist geschwängert wurde, aber das würde das Thema hier sprengen)

Um es kurz zu fassen.

Wenn wir die Emotionen und Ängste loslassen aus den Glaubenssätze entstehen, lassen wir die Gedanken los.

So leicht und so schwer.

Ich weiß.