Ich habe mehr Angst zu leben als zu sterben, wenn ich wirklich ehrlich bin.

Was wäre wenn ich morgen sterben würde?

Diese Frage macht Angst, Vor allem im Westen leben wir oft eine Hybris in der wir entweder gar nicht an den Tod denken und unsere biologische Sterblichkeit komplett wegschieben, oder wir denken dass wir ewig leben. Weil Google, Facebook, oder irgendjemand wird den Tod schon irgendwann hacken. Dann werden wir alle ewig leben und sei es als halbe Roboter.

Ich gehe in letzter Zeit öfter auf Friedhöfe. Habe ich früher immer gemieden. Als ich jünger war hatte ich Angst. (Zwei ältere Brüder zu haben, die Nachts mit einem Fernsehen, hat nicht immer nur Vorteile)

Mittlerweile liebe ich es Gräber anzuschauen. Und auch wenn es manchmal sehr schmerzhaft ist, zum Beispiel an einem Kindergrab vorbeizukommen, finde ich es eine sehr positive Erfahrung. So beschäftige ich mich gerade mit meiner Vergänglichkeit.

Dass wir alle sterben ist tragisch. Aber auch wunderschön und befreiend.

„Who wants to live forever“ einer meiner Lieblingssongs von Queen (auch wenn ich bis heute daran gescheitert bin es in seiner Originaltonhöhe zu singen, aber hey, Freddie war der beste Sänger aller Zeiten, also verzeih ich mir das mal, Vergebung und so ;))

Die Frage finde ich ehrlich gesagt unglaublich spannend. Wenn wir wirklich für immer leben würden. Warum würden wir dann aufstehen? Warum würden wir Projekte anfangen? Kinder kriegen? Ein Haus bauen? Wir könnten doch jeden Tag sagen, mach ich morgen. Weil... uns würde die Zeit wirklich nicht weglaufen.

Ich persönlich brauche diese Vergänglichkeit,, da bin ich ganz ehrlich. Als unsterblicher würde ich wahrscheinlich viel auf der Couch sitzen und Netflix von Anfang bis Ende durchschauen. Der Tod erinnert mich aber, an die Kostbarkeit des Moments und daher schätze ich ihn sehr. Er macht jeden Moment, jede Begegnung, jeden Spaziergang im Wald so viel intensiver und schöner.

Für mich macht der Tod die Lebendigkeit aus.

Der Tod kann und lebendig fühlen lassen.